Basel bleibt abgehängt

Basel und damit die ganze Nordwestschweiz wird von der SBB im Fernverkehr seit längerem systematisch vernachlässigt. Bevorzugt wird das Mittelland, vor allem die West-Ost-Transversale, die «Paradestrecke» der SBB, mit Zürich gleichsam als Zentrum der Schweiz. Für Menschen jeden Alters, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, und für Familien mit Kindern sind die Bahnverbindungen ab Basel im Vergleich mit anderen Städten mangelhaft. Dagegen wehren wir uns! Wir fordern die Behörden in der Regio Basiliensis auf, dem Weitstreckenverkehr grössere Beachtung zu schenken.

Das Wichtigste in Kürze

Basel bleibt abgehängt! «Die SBB hängen Basel ab», so die BaZ vor eineinhalb Jahren; Basel sei von vielen Städten nicht mehr direkt erreichbar. Die Situation hat sich seither keineswegs gebessert. Der Bedienungswert von Basel durch die SBB ist weiter gesunken.

Guter Fahrplan – höhere Lebensqualität   AmiA, Aktion mobil im Alter, setzt sich vehement für eine Verbesserung des SBB-Fahrplans ein, für mehr Direkt­verbindungen ab Basel und den Taktfahr­plan. Umsteigen ist für alle, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ein Reise­hindernis: Für Mütter mit Kinder­wagen, für Familien mit Kindern, für Reisende mit Feriengepäck und für Senio­rinnen und Senioren. Züge und Perrons werden immer länger, die Umsteigezeiten knapper und der Strom der Reisenden in den Umsteige­bahnhöfen dichter.

Wo bleiben die kantonalen Reaktionen?   Wir fordern die zuständigen Kantons­verwaltungen auf zu handeln. Sie haben sich zu stark auf den Regionalverkehr kon­zentriert und die negative Entwicklung des Fernverkehrs übersehen. Gute Zugsverbin­dungen sind ein wichtiger Standortvorteil und für die weitere soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklung von Basel und der Region unverzichtbar. Wir appellieren auch an die SBB, die Bevorzugung der West-Ost-Achse zu überdenken. Sie ist landes­planerisch falsch und widerspricht der föderalistischen Struktur unseres Landes.

Beispiele aus dem verfehlten SBB-Fahrplan   Seit Dezember 2015 besteht keine Direkt­verbindung mehr zwischen Basel und Genf oder Lausanne. Die Begründung mit Bau­arbeiten und fehlender Doppelspur sind fadenscheinig: Die SBB könnte alternierend Züge von Basel nach Biel weiter nach Genf fahren lassen, Flügelzüge wären möglich, und zudem steht die Verbindung über Olten zur Verfügung. Wie ist es möglich, dass stündlich ein Zug von Luzern nach Genf geführt werden kann?

Es ist unzumutbar, dass zwischen Basel und der Ostschweiz keine direkten Zugsverbin­dungen mehr bestehen. Die Benachteiligung von Basel wird offensichtlich, wenn man sieht, dass zwischen Brig und der Ost­schweiz täglich im Takt 15 Züge unterwegs sein können!

Zwischen Basel und Chur ist in beiden Rich­tungen kein umsteigefreier Stundentakt vorhanden. Besonders störend sind die Lücken auch deshalb, weil im Umsteige­verkehr bis Zürich TGVs zu benutzen sind, die immer stark belegt und oft verspätet sind.

Auch Fahrten ins Ausland betroffen   Seit Basler Staatsangestellte Dienstreisen im Umkreis von 1000km ausnahmslos mit der Eisenbahn tätigen müssen, sind die inter­nationalen Fernverbindungen wieder ver­mehrt ins Blickfeld geraten. Doch auch hier zeigt sich eine Benachteiligung: Vor 50 Jah­ren war Basel durch Eisenbahnzüge mit mehr Städten in Europa verbunden als heute. Es fehlen direkte Verbindungen nach München und Wien. Und der Eurocity Basel-Mailand ist im Jahr 2021 zwischen Lugano und Chiasso langsamer unterwegs als 1913 – damals noch von einer Dampf­lokomotive gezogen!


 Die ganze Studie als Download:

210311 Basel bleibt abgehaengt